Schnelles Denken, langsames Denken (Einleitung)

Schnelles Denken, langsamen Denken ist ein wundervolles und interessantes Buch von Daniel Kahneman.

Bevor ich euch mit dem Buch vollplappere möchte ich euch die Geschichte zu diesem erzählen. Ich war auf der DPG Schülertagung 2019 in Bad Honnef. Dort hatte ich am 22.09.2019 einen Vortrag von Shaeema Zaman Ahmed über die Verwendung von Spielen zum Lernen des hybriden Mensch-Maschine-Lernen in der Quantenphysik gehört. Dabei erwähnte sie das oben genannte Buch und seit dem ging es mir nicht mehr aus dem Kopf. Nach einer Woche musste ich mir das Buch kaufen und es mir durchlesen. Ich bin bis heute noch so davon fasziniert, dass ich euch dafür auch interessieren möchte und die Gedanken des Autors, der nicht umsonst den Nobel- Preis gewann, mit euch teilen. Zuallererst 2 Sätze zum Autor:

Daniel Kahneman ist am 5. März 1935 geboren und ist ein israelisch- US- amerikanischer Psychologe. 2002 hat er mit Vernon L. Smith den Nobelpreis für Wirtschaft erhalten


Zuerst fange ich mit der wundervollen Einleitung des Autors in seinem Buch ,, schnelles Denken, langsames Denken an. Er fängt mit etwas persönlichem an. Er erzählt von einem Kaffeeautomaten im Büro, wo Menschen Ansichten und Klatsch austauschen und bringt seine Hoffnung aus, die Menschen mit einem Wortschatz zu bereichern, wenn sie Urteilen und sich über Entscheidungen eines Kollegen unterhalten.

Er stellt die Frage auf, warum wohl Menschen tratschen. Seine Antwort auf die Frage ist, dass es einem leichter fällt und außerdem angenehmer ist den Fehler anderer zu erkennen als seinen eigenen zu benennen. Um aber Urteile und Entscheidungen besser verstehen zu können braucht man einen reichen Wortschatz. Unsere Fehler haben ein Muster, sowie systematische Fehler, die systembedingt sind, also nicht zufällig. Auch unsere Fehler sind von uns aus bedingt. Bedeutet, dass wir die Hoffnung haben, dass die Menschen über unsere Fehler sachlich- begründet Urteilen, wie über einen systematischen Fehler. Doch durch den Halo- Effekt sehen wir die Welt nicht so wie sie ist, Beobachtungen, Interpretationen, Erfahrungen und Vorurteile prägen uns, dagegen können wir nichts tun. Die Sicht ist somit verzerrt.

Unser Denkvermögen funktioniert nicht nur durch bewusste Gedankengänge, man denkt man wüsste was im Kopf vorgeht, aber die mentale Arbeit, Eindrücke, Intuitionen und Entscheidungen, all dies passiert im Unterbewusstsein. Das ist intuitives Denken, welches uns durch das Leben durch Eindrücke, Gefühle und Vertrauen leitet. Ein Beispiel, welches der Autor bringt ist ein vierjähriges Kind, welches mühelos die Grammatik beherrscht ohne die Regeln zu beherrschen. Die Frage die aufgeworfen wird, ist, ob man intuitives Denken für Statistiken verwenden kann? Amos Tversky berichtet: „Ja“. Nach einer Diskussion wurde das Ja aber zu einem Nein. Dem Autor und Amos hat die Diskussion so gefallen, dass sie sie einig waren, dass intuitive Statistik ein interessantes Forschungsgebiet sei. Beide haben eine Studie geplant und obwohl beide jahrelang Statistik lernten und auch anwandten, war sie unzureichend für diese. Als Wissenschaftler hatten sie ein zu verzerrtes Urteil, sie glaubten Forschungsergebnissen, die eine ungenügende Datengrundlage hatten, außerdem hatten sie auch wenige Beobachtungsdaten. Sie wollten herausfinden ob dies auch bei anderen Wissenschaftlern auftrat.

Nach einer einfachen Frage, die eine Personenbeschreibung enthielt, war eine Theorie der beiden, dass man statistische Fakten außer Acht lässt und wir Menschen und eher auf Ähnlichkeiten stürzen. Menschen vertrauen vereinfachter Heuristik, was Verzerrungen hervorruft. Heuristik ist ein analytisches Vorgehen, der mit nur geringem Wissen über etwas, mit angeblichen Schlussfolgerungen Aussagen über die Situation trifft. Im weiteren Verlauf haben sich Amos Tversky und Daniel Kahneman eine Frage gestellt, wie wohl die Scheidungsrate bei den Professoren ihrer Universität sei und beide hatten festgestellt, dass sie in den Erinnerungen nach solch einem Fall suchten. Dies nannten sie ,,Verfügbarkeits Heuristik“.

Tverky und Kahneman haben viel Zeit damit verbracht Verzerrungen des intuitiven Denkens zu erforschen und aufzuschreiben. Die Themen waren: Zuschreibung von Eintrittswahrscheinlichkeiten zu Ereignissen, Vorhersagen über zukünftige Ereignisse, Beurteilung von Hypothesen und Abschätzung von Häufigkeiten. Die wichtigsten Ergebnisse wurden unter dem Titel: „Urteil unter Unsicherheit: Heuristiken und kognitive Verzerrungen“ oder im Original:“ Judgment under Uncertainty: Heuristic and Biases“ in einem Artikel veröffentlicht. Zu finden ist er auf Englisch hier:

Im Artikel schrieben die Autoren, dass systematische Fehler in Denken der Menschen in der Konstruktion des Kognitionsmechanismuses besteht und überhaupt nicht in den Emotionen liegt. Diese Erkenntnis wird von vielen Wissenschaftlern benutzt. Zum näherem Eingehen: Menschen tendieren dazu eine Sache danach zu beurteilen, wie leicht man sich daran erinnert. Dies ist in Medien zuerkennen. Häufig erwähnte Themen und dramatische Ereignisse interessieren die Menschen mehr, als langweilige Themen. Das zeigt, dass viele Probleme vernachlässigt werden, nur weil andere Probleme die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Solch systematische Verzerrungen sind auch in Entscheidungen zu erkennen. Durch die Theorie der Entscheidungsfindung mit Amos Tversky hatte auch der Autor den Nobelpreis gewonnen, den auch Tversky erhalten hätte, wäre er damals noch am Leben gewesen 😦 .

All dies waren frühere Arbeiten des Autors, nun kommen wir zum Buch und dem eigentlichen Ziel.

Jedes Forschungsgebiet entwickelt sich weiter, das ist auch gut so, und durch die Entwicklung in der kognitiven und Sozialpsychologie, können wir jetzt mehr über die Funktionsmechanismen des Denkens sagen.

Heute weiß man, dass intuitive Urteile nicht möglich sind. Intuitionen von so genannten Experten kommen mit den Jahren der Übung und mit der Erfahrung der Personen. `“Intuition ist nicht mehr und nicht weniger als Wiedererkennen„`, sagt Daniel Kahneman.

Das intuitive Denken ist eine Form des schnellen Denkens und scheitert manchmal, weshalb man dann zum langsamen Denken wandert und doch nochmal überlegt, was anstrengender und zeitaufwändiger ist. Schnelles Denken beinhaltet zwei varianten des intuitiven Denkens: Eine sachkundige und heuristische Variante, als auch automatisierte mentale Wahrnehmungs- und Gedächtnisprozesse. Heißt, wenn man ein Gegenstand sieht, erkennt man diesen sofort. Außerdem ist das intuitive Denken viel Einflussreicher und beinhaltet viele Entscheidungen und Urteile, die wir tagtäglich treffen.

Dies war die Einleitung des Buches von Daniel Kahneman. Nur in der Einleitung steckt schon so viel Macht hinter, da kann man nur gespannt sein, was in den weiteren Kapiteln folgt….

Eure Bloggerin

Diana 🙂

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